Kontakt
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus e.V.
Bahnhofstraße 4 | Postfach 1101
61273 Wehrheim
Fon 06172 / 93 52 94
E-Mail info@gcjz-hochtaunus.de

Unser Mitglied Angelika Rieber bietet am 25.10.26 wieder einen Stadtrundgang zum früheren jüdischen Leben in Oberursel an:
Am Sonntag, 25. Oktober 2026, bietet die Historikerin Angelika Rieber wieder eine Stadtführung auf den Spuren jüdischen Lebens in Oberursel an. Der Stadtrundgang informiert über die Geschichte der jüdischen Gemeinde und die Schicksale von Familien, die bis zu ihrer Flucht bzw. der Deportation in der Taunusstadt lebten. Zahlreiche Oberurseler jüdischer Herkunft konnten das Ende der Naziherrschaft und des Zweiten Weltkriegs nicht mehr erleben. Sie wurden Opfer der Shoa. Der Stadtrundgang erinnert sowohl an die Integration jüdischer Nachbarn in das Leben der Stadt als auch an die Diskriminierung und Verfolgung während der NS-Zeit und die Befreiung vom Nationalsozialismus.
Der Rundgang führt zu verschiedenen Erinnerungsorten in der Oberurseler Innenstadt. Das Opferdenkmal am Hospitalplatz nennt die Namen der Opfer der Shoa, der politischen Verfolgung und der NS-Euthanasie. Seit 2022 erinnern Stolpersteine sichtbar vor den Häusern, in denen die Opfer gelebt haben, an die Menschen, die von Oberursel aus in die Vernichtungslager und Tötungsanstalten verschleppt, in Gefängniszellen zu Tode kamen oder in ihrer Verzweiflung Suizid begangen haben.
Für die Nachfahren der Verfolgten haben solche Erinnerungsorte eine große Bedeutung, denn sie weisen uns sowohl auf das Miteinander vor und teilweise auch während der NS-Zeit hin, auf die Schicksale der Opfer, aber auch auf das Überleben derjenigen, die ins Ausland fliehen konnten. Dies zeigte der Besuch von Marvin Seligman, der im Juni 2026 mit seinen Kindern nach Oberursel kam, um mit ihnen die Orte aufzusuchen, die mit der Geschichte seiner Mutter verbunden sind, das Haus, das Geschäft, die Schule, die sie besuchte, die frühere Synagoge und der jüdische Friedhof in der Altkönigstraße, auf dem zahlreiche Angehörige beerdigt sind.
Seit Jahrzehnten beschäftigt sich Angelika Rieber mit jüdischer Geschichte. 2015 hat sie zusammen mit Eberhard Laeuen das Gedenkbuch „Haltet mich in gutem Gedenken“ herausgegeben. 2020 erschien eine Dokumentation des jüdischen Friedhofs in Oberursel: „Hier ruht eine tüchtige Frau, Krone des Hauses, gottesfürchtig, lauter und aufrecht“ – Der jüdische Friedhof in Oberursel. Ein Flyer „Auf den Spuren jüdischen Lebens in Oberursel“ gibt einen Überblick über Orte jüdischen Lebens in Oberursel und macht auf einige der Wohn- und Lebensstätten sowie auf Geschäfte der früher hier ansässigen jüdischen Bewohner aufmerksam. Ein weiterer Flyer, „Am Mühlenwanderweg – Jüdische Mühlenbesitzer und Industrielle in Oberursel“, erinnert an hier ansässige jüdische Unternehmer und deren Schicksale.
Der Stadtrundgang startet am 25. Oktober 2026 um 14:30 Uhr am St. Ursula-Brunnen auf dem Marktplatz in Oberursel und dauert ca. 90 Minuten. Die Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro pro Person. Die Führung wird in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, Abteilung „Stadtmarketing, Tourismus und Stadtgeschichte“ und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus angeboten.
